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9. Juli 2008  Interview mit Klaus Plaumann. Marko Radloff in: www.bildwerk3.de

Geschichte der Bildagenturen.
Ich habe Klaus Plaumann, Vorstandsmitglied des BVPA und Marketingleitung bei Picture Press gewinnen können, für die Reihe ein Editorial zu verfassen. Sein Thema: der Bildermarkt.

Klaus Plaumann: Was geht ab auf dem Bildermarkt?

Amerikanische Agenturen etablieren sich auf dem deutschen Markt, bieten neue Produkte an und verdrängen deutsche Bildanbieter durch günstige Angebote vom Markt.

Nein, nicht Corbis und Getty sind damit gemeint, die den deutschen Markt in den vergangenen Jahren aufgewühlt haben. Hier ist die Rede von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die deutsche Pressefotografie durch US-Firmen, die sich hierzulande etablierten, in Bedrängnis gebracht wurde.

Heute stehen wir vor einer neuen Herausforderung. Der Bildermarkt ist übersättigt, allein der britische Agenturverband BAPLA, mit 450 Mitgliedsagenturen, bietet insgesamt einen Bestand von 300 Millionen Fotos an. Schätzungsweise werden pro Jahr weltweit 5 Millionen Bilder lizensiert. Microstock ist dabei noch nicht eingerechnet.

Erst war war es Royalty Free, das die Gemüter der etablierten Agenturen in Wallung brachte, heute sind es 1 €-Motive und Videoschnipsel, die Ängste erzeugen, anstatt die Herausforderung anzunehmen und zu überlegen, ob das eigene Geschäftsmodell so weiterlaufen soll wie immer- oder ob es geändert und den Zeitströmen angepasst werden kann.

Denn das Rad dreht sich weiter. Gary Shenk, der Corbis-Chef, schätzte die Veränderungen auch für seine Firma als Herausforderung ein. In 5 Jahren, so seine Prognose, werden Amateurbilder, sog. User generated Content (USG), 25 % Marktanteil erreichen. Diese Motive findet man auf den Seiten der Microstock-Anbieter, die extrem wachsen. Auch bei den Großanbietern sinken die Ergebnisse. Getty wurde gerade an die Finanzinvestoren Hellman & Friedman verkauft. Warum wohl? So viel Geld wie früher ist mit Bildern nicht mehr zu machen.

Aber weitere Veränderungen kommen auf uns zu, die auch für Fotografen eine Herausforderung sind. Denn Fotos allein reichen zur Illustration für die Medien nicht mehr aus. Die Pressemedien erweitern zur Zeit ihre Aktivitäten in den online-Bereich, in der Erkenntnis, dass immer mehr Menschen, vor allem die junge Generation, täglich mehr Zeit vor dem Rechner verbringt, um Informationen und Unterhaltung abzufragen. Print ist damit gefährdet, die Auflagen sinken

Dazu braucht man natürlich Fotos, inzwischen ist aber auch das Bewegtbild im Vormarsch, denn hier hat man Bilder, die in wenigen Sekunden eine Geschichte erzählen. Video-Clips, an denen der Betrachter hängen bleibt. You Tube war der Auslöser für diesen Trend, der sich fortsetzen wird.

Aber das ist noch nicht alles. Denn jetzt werden auch noch Bilder angeboten, für die man gar nichts mehr bezahlen muß, um sie zumindest online für die website oder das Mobiltelefon zu verwenden. iStock-Gründer Bruce Livingston, der seine Firma mit hohen Gewinn an Getty verscherbelte, arbeitet jetzt dort als Berater und Ideen-Entwickler.
Sein neuestes Produkt heißt www.jamd.com. Hier wird die Prominenz präsentiert, Berühmtheiten aus Film-und Showbusiness aus Getty-Beständen können hier heruntergeladen und verwendet werden. Profit wird aus den zugeschalteten Werbeclips gemacht. Je mehr Leute die site anklicken, desto mehr Geld wird für die Anzeigenschaltung bezahlt. So geht es also auch.

Das ist eine neue Variante des Verdrängungswettbewerbs, und der hört nicht auf. Die großen Anbieter werden sich neue Angebote ausdenken, die neue Kunden anlocken sollen, Geld für die Investitionen spielt hier keine Rolle, da können die kleinen Anbieter nicht mithalten. Die mittelständischen Bildagenturen stehen unter Druck, müssen ideenreicher agieren, schneller ihre Bilder anbieten, müssen ihr Angebot ausdehnen, ihre Bedenken gegenüber Bewegtbildern beiseite räumen und härter arbeiten, um ihre Stücke vom riesigen Bilderkuchen zu erwirtschaften.

Und wo bleiben die Fotografen bei diesem spannenden Spiel? Auch sie müssen mehr ackern, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich Aufträge zu bekommen und Geld damit zu verdienen. Leicht ist das schon längst nicht mehr, denn die Spesen und Honorare für Aufträge sanken in den letzten Jahren erheblich. Die Stock-Fotografen müssen besser in der Qualität und ideenreicher als die Amateure sein, um ihren Happen zu bekommen.

Eine große Herausforderung ist das Bildergeschäft für alle.


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5. März 2008   Interview mit Bernd Wohlert. Marko Radloff: www.bildwerk3.de

Wir haben die Bilder, DOKFÜNF hat die Worte.

Die Menge der Bilder ist mittlerweile nicht mehr zu überschauen. Und täglich kommen neue hinzu. Wer schon einmal nach einem Bild für eine Kampagne gesucht hat, der weiß, wie wichtig es ist, sich für die Suche mit Keywords zu befassen, mit Schlüsselwörtern oder Suchbegriffen, von denen man dann hofft, das sie aus der Bilddatenmenge die richtigen, die passenden Bilder hervorholen.
Bevor Bilder in einer Datenbank verschwinden werden sie verkeywordet, mit Begriffen versehen um irgendwann von irgendwem durch Begriffe gefunden zu werden. Professionellen Rat holt man sich bei DOKFÜNF – Mediendokumentation und Keywording. Heute bei uns mit einem kleinen Interview (gekürzte Fassung) und in den nächsten Tagen auf der PICTA 2008 in Hamburg …

Verraten Sie uns, wie der Name ‘DOKFÜNF’ gefunden wurde?
Ganz einfach: es waren einmal fünf freie Dokumentare. 1999 gründeten sie ein Team: Dokfünf.

Arbeiten Sie ausschließlich für Agenturen oder gilt ihr Angebot auch für Fotografen?
Dokfünf betextet Bilder sehr gern auch für Fotografen. Allerdings hat gutes Keywording seinen Preis und deshalb sind Agenturen, Verlagshäuser, Datenbanken für Dokfünf noch immer die primäre Zielgruppe.

Wie werden Sie sich auf der PICTA 2008 präsentieren?
Unser kleiner Stand hat die Nummer 30. Wir präsentieren uns im informativen Gespräch.

Ganz grundsätzlich: Lässt sich ein Bild mit Begriffen beschreiben?
Ja und Nein. Doch warum sollten wir es nur beschreiben? Die Beschreibung eines Bildes erschöpft ja keineswegs seine Bedeutung. Das Wesentliche am Keywording und die besondere Stärke von Dokfünf ist die Verdichtung, Verkürzung, Verschlüsselung. Bildbeschreibung ist Pflicht, Keywording ist Kür.

Mit wie vielen Keywords sollte ein Bild katalogisiert werden? Gibt es eine optimale Zahl?
Wäre es ein bloßer Katalog, wäre die Antwort einfach: soviel wie nötig. Da Keywording nicht einfach katalogisiert, sondern veredelt, ist die Antwort: Weniger ist Mehr.

Ist die Reihenfolge der Schlüsselwörter, die für ein Bild verwendet werden, von Bedeutung? Gibt es also eine Hierarchie unter den Begriffen?
Es gibt immer eine Hierarchie: und zwar in der Vorstellung des Bildkäufers. Die abstrakten und die konkreten Keywords, die Deskriptoren und die Konzepte in ihrer besonderen Konstellation geben dem Bild erst seinen einzigartigen Fingerabdruck. Jedes Keyword in diesem Ensemble ist solange ein hässliches Entlein, bis es einen Bildsucher zum Kauf eines Bildes motiviert: immer dann verwandelt sich ein Keyword für einen flüchtigen Moment in einen Schwan.

Was halten Sie von der Idee einer visuellen Suchmaschine für Bilder, in der Bilder anhand des technischen Vergleichs optischer Eigenschaften gesucht und gefunden werden?
Wenn die Suchmaschine eine Kaffeetasse von einer Traumfrau unterscheiden kann, dann darf sie sich bei Dokfünf bewerben. Der Stellenwert des intelligenten Keywording wird im Bildgeschäft leider noch immer stark unterschätzt.

Ein paar Worte zur Preisgestaltung? Womit muss ich als Auftraggeber rechnen?
Wir berechnen immer einen Preis pro Bild. Das ist für den Kunden transparent, sauber kalkulierbar und also fair. Gutes Keywording ist also nicht billig – aber es ist eine Investition in die Qualität.

Bernd Wohlert, Dokfünf Keywording